#126: Tot geprüft

Shownotes

„Ich merke das schon eine ganze Weile. Ich habe tatsächlich in den verschiedenen Semestern teilweise 100 oder 150 Klausuren, die ich da kontrollieren muss.

Und nun ist es halt so, da hast du Klausuren, die sind halt sehr gut und dann hast du Klausuren, die sind halt mal nicht so gut. Das heißt da schreibt jemand ein 5,0 ist durchgefallen und muss das Semester, also die Prüfungsleistung wiederholen.

Und was man halt nicht macht, ist das man da mal hinter schaut und mit demjenigen in Kontakt tritt. Das heißt man trägt die Note ein und weiter geht’s.

Und hinter jeder Note steckt ja irgendwo ein Mensch und eine Geschickte.“

Matthias ist Hochschuldozent und ihm ist es wichtig, ein Prof. zu sein der menschlich und ansprechbar für die Studierenden ist.

Er fühlt sich in die Situation der jungen Menschen ein und möchte eine Atmosphäre schaffen die Spaß macht.

Er legt wert darauf, dass die Studierenden lernen, dass hinter jeder Sacharbeit ein Mensch stecket und das sie in Kommunikation und Verbindung mit diesen gehen.

Für ihn ist studieren nicht nur Lernen, sondern Persönlichkeitsentwicklung für‘s Leben.

Sein Selbstverständnis ist es, diese Einstellung in seiner Rolle als Dozent vorzuleben.

Und jetzt viel Spaß beim Zuhören.

Mehr über Matthias kannst du hier erfahren: https://www.linkedin.com/in/matthias-wiener-560576274/

Wenn du selbst mit etwas gehört werden möchtest, Fragen hast oder mir ein Feedback geben magst? Dann erreichst du mich unter: podcast@empathieschenker.de

Music by Scott Holmes https://scottholmesmusic.com/tracks/storybook/ https://freemusicarchive.org/music/Scott_Holmes/inspiring-background-music/storybook

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich merke das schon eine ganze Weile.

00:00:02: In verschiedenen Semestern habe ich teilweise hundert Klausuren oder hundfünfzig Klausur, die ich da kontrollieren muss.

00:00:08: und es ist halt immer so, dann hast du Klausurnen, die sind sehr gut und dann hast Du auch klausuren, die nicht so gut.

00:00:14: Das heißt schreibt jemand ne fünf Komma Null, ist durchgefallen, muss das Semester wiederholen also muss die Prüfungsleistung wiederholend.

00:00:21: und was man überhaupt nicht macht, ist dass man mal dahinter schaut mit denjenigen in Kontakt tritt.

00:00:27: Man trägt die Noten ein Und nehmt die nächste Klausur in die Hand und weiter geht's.

00:00:32: Hinter jeder Note steckt ja auch irgendwo ein Mensch, irgendwo eine Geschichte!

00:00:53: Hallo

00:00:54: und herzlich willkommen zum Empathie Schenker – dem Podcast für mehr gegenseitiges Verständnis in unserer Gesellschaft.

00:01:02: Mein Name ist Sebastian Kremser

00:01:03: und ich

00:01:03: höre meinen Gästinnen und Gästen zu um zu verstehen was sie bewegt.

00:01:10: Heute höre ich Matthias zu.

00:01:12: Er ist Hochschulduzent.

00:01:14: Ihnen ist es wichtig, ein Prof zu sein der menschlich und ansprechbar für die Studierenden ist.

00:01:20: Er führt sich in diese Situation der jungen Menschen ein und möchte eine Atmosphäre schaffen, die Spaß macht!

00:01:25: Er legt Wert darauf dass die Studieren lernen das hinter jeder Sacharbeit einen Mensch steckt und dass sie in Kommunikation und Verbindung mit diesen gehen.

00:01:34: Für ihn ist Studieren nicht nur Lernen sondern Persönlichkeitsentwicklung fürs Leben.

00:01:39: Sein Selbstverständnis ist es diese Einstellung in seiner Rolle als Dozent vorzunehmen.

00:01:44: Und jetzt

00:01:44: viel Spaß beim Zuhören!

00:01:48: Hallo und herzlich willkommen heute zum Podcast Empathie Schenker Matthias, auch an dich wie immer die Einstiegsfrage Was ist das was dich bewegt?

00:01:57: Das Thema dass dir wichtig ist mit dem du gerne gehört werden möchtest?

00:02:00: Ja hallo Sebastian vielen Dank für die Einladung.

00:02:03: mich bewegt tatsächlich gerade ein berufliches Thema.

00:02:06: ich bin Hochschullehrer oder Verwaltungshochschule Und ich hatte jetzt Prüfungsphase im Sommersemester und ich hatte einen Prüfling.

00:02:18: Der Prüfling war in jeder meiner Vorlesungen, er war immer sehr interessiert.

00:02:23: dabei hat immer viele Fragen gestellt und am Prüfungstag habe ich ihn vermisst das heißt da tauchte zur Prüfungen nicht auf.

00:02:34: Dann habe ich mir das angeschaut.

00:02:35: Das heißt, ich musste die Leistung dann mit einer Fünf Kommando bewerten und das heißt erst durchgefahren durch die Prüfung.

00:02:41: Und dann hab' ich beim Eintragen der Prüfungsnote... ...habe ich dann festgestellt dass das schon der dritte Versuch war für diese Prüfungen.

00:02:50: Und er damit sein Studium oder das Studium automatisch dadurch beendet ist.

00:02:56: Ja tot geprüft quasi!

00:02:58: Genau ne?

00:02:59: Und das hat mich tatsächlich bewegt weil ... ich die Person immer sehr offen empfunden habe und... ... immer sehr interessiert.

00:03:09: Und der hätte die Prüfung eigentlich sicher mit links geschafft, ja?

00:03:13: Und er kam dann halt nicht zur Prüfungen und das war für mich so der Punkt dass wir wahrscheinlich ganz häufig viel zu wenig den Menschen dahinter sehen... ...und immer nur auf Noten gucken usw.

00:03:24: Und tatsächlich hab' ich dann mir so überlegt mit dem Training auch Kontakt zu suchen hinterher.

00:03:28: Das heißt ich habe da nicht einfach meine Note eingetragen und... bin dann weitergegangen, sondern ich habe tatsächlich auch mit demjenigen Kontakt gesucht und nachgefragt was denn los war und mal einfach dahinter geschaut.

00:03:41: Und das war tatsächlich so ein Stück weit erschreckend fast weil man eben die Einstück persönliche Geschichte erfahren hat, die dann dazu geführt hat dass derjenige halt sein Studium beenden musste es nicht geschafft hat weil er eben nicht geschafft hatte zur Prüfung zu kommen Und ich dann halt auch meine Hilfe angeboten habe, da wo ich ihm helfen kann und sagen kann okay lass mal reden wenn du mal sprechen willst oder wenn sie mal sprechen wollen.

00:04:09: Wenn ich da irgendwo mithelfen kann dann bin ich da.

00:04:12: und das hat mich jetzt tatsächlich so in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt weil ich hab auch zwei Kinder und man denkt dann immer so wie ist es dass man mit den eigenen Kindern wenn dann vielleicht Drucksituation zu groß sind usw.

00:04:21: Dann wird man vielleicht doch da auf der anderen Seite ... der dann mit den Betroffenen vielleicht auch mal das Gespräch sucht.

00:04:27: Und einfach mal hinter die Fassade guckt, ne?

00:04:29: Was bei dem Menschen dahinter los ist.

00:04:31: Ja, spannend!

00:04:32: Weil was ich höre ist... Ne man könnte ja... Du warst ja angesprochen... Man kann ja jetzt als Hochschullehrer-Dozent ...die Sachebene bedienen und die Prüfungen machen ...und dann funktional die Noten vergeben ...und Aufgaben erfüllt.

00:04:49: Was ich höere ist für dich auf der Mensch dahinteil also die Studierenden Und da auch in Beziehung gehen, du hast Kontakt gesucht um zu gucken.

00:04:57: Hey!

00:04:57: Das ist jetzt immer ein besonderer Fall.

00:04:59: Ein Studenten den ich wahrgenommen habe von dem ich sage der kann das bestimmt.

00:05:03: Inhaltlich mit links und dann tauchte er nicht auf.

00:05:06: und warum nicht?

00:05:07: Und insbesondere dann hat das deine Aufmerksamkeit geweckt weil er sich halt... aber weil er dadurch halt das dritte Mal jetzt totgeprüft war.

00:05:21: Du hast gesagt du hast selber zwei Kinder du hast die Betroffenheit gehört weil du mit ihm dann gesprochen hast Und ich höre aus, dass sie halt wichtig ist jetzt in deinem Kontext aber im beruflichen einfach auch oder bei Prüfungen und Noten die Menschen dahinter zu sehen.

00:05:37: Genau also mir... Ich merke das schon eine ganze Weile.

00:05:40: Ich habe tatsächlich in verschiedenen Semestern hab' ich teilweise hundert Klausuren, die ich da oder Hundertfünfzig Klausur, die man kontrollieren muss?

00:05:47: Ja!

00:05:48: Das ist halt immer so, da hast du Klausonen die sind sehr gut und dann hast du auch Klauson die sind nicht so gut.

00:05:54: Er schreibt jemand eine Fünf Komma Null, es ist durchgefallen muss das Semester wiederholen also muss die Prüfungsleistung wiederholend.

00:06:00: Und was man überhaupt nicht macht ist dass man mal dahinter schaut mit denjenigen in Kontakt tritt.

00:06:06: Man trägt die Noten ein und nimmt die nächste Klausone in die Hand weiter geht's.

00:06:11: Hinter jeder Note steckt ja aber irgendwo ein Mensch und irgendwo eine Geschichte ... das sind alles junge Leute, die ich da vor mir habe oder im Regelfall sehr junge Leute.

00:06:20: Das heißt, da kann es ja ganz unterschiedliche Ursachen geben.

00:06:22: Ich hab's dann ganz häufig gemerkt... ... dass viele einfach krankheitsbedingten Probleme haben,... ...dass die viele mit Prüfungsdruck nicht umgehen können.

00:06:30: Der eine hatte Liebeskummer,

00:06:31: d.h.,

00:06:32: weil sich die Freundin gerade die Träume hat und dann ist halt der Prüfungstermin... ...und dann bist du halt überhaupt nicht bei einer Sache.

00:06:37: Oder bei jemandem, als die Oma vorm Parthen gestorben.

00:06:42: Und das sind halt alle solche Sachen, die man da... als Prüfer wenig wahrnimmt, sondern einfach so seinen Job irgendwie macht.

00:06:51: Klausur für Klausure weil das ist dann auch eine Aufgabe ich sage es mal so bin ich ehrlich die mache jetzt auch nicht so gerne unter hundert Klausuren zu kontrollieren und da müsste froh wenn die Klausoren weg sind aber dass man sich dann einfach auch die Zeit nimmt und das kostet ja auch Zeit die ich mir jetzt aus meiner Aufgabe heraus nicht zwingend nehmen müsste aber dass ich mir dann die wirklich bewusst nehme und dann eben doch sagen ich versuche mal Kontakt mit diesem jungen Menschen herzustellen Und versuch mal mit ihm zu sprechen und einfach mal zu fragen, was war denn los?

00:07:19: Warum hat es denn nicht geklappt?

00:07:20: oder was hatte ich denn gerade so beschäftigt damit du... warum du durch die Prüfung gefallen bist.

00:07:27: Wie können wir das dann vielleicht für den nächsten Versuch besser machen?

00:07:31: Wo kann ich dir da auch helfen?

00:07:33: Das ist natürlich immer schwierig.

00:07:34: Die Größe Gruppen am Ende sind, weil die anonymer wird es ja.

00:07:38: Das heißt großen Gruppen natürlich an der Universität wenn ich da hunderte Studierende habe ist das natürlich irgendwo schwierig Ja aber ich finde halt immer da wo man's kann und gerade wenn man vielleicht auch schon länger dabei ist viel Erfahrung hat viele Berufsjahre hinter sich hatte schon noch ein bisschen Lebenserfahrung hat Dann sollte man versuchen dann vielleicht auch damit den jungen Leuten mal in Kontakt zu treten Weil man kann ihn dann vielleicht doch das eine oder andere nochmal mit auf dem Weg geben Und oftmals ist es einfach auch schon so, das habe ich auch als Rückmeldung bekommen.

00:08:07: Dass es total wertgeschätzt wird von den Betroffenen, dass einfach jemand da ist und mal fragt was denn eigentlich los ist?

00:08:15: Das kommt schon sehr gut an und da fühlen sich viele sehr mithinommen und ich bekomme ja selber sehr viele positive Rückmehlungen wo man sich bei mir bedankt einfach dafür, dass ich gefragt hab was war dann das Problem eigentlich?

00:08:28: und wollen wir mal reden?

00:08:29: kann ich ihnen irgendwie helfen

00:08:33: Und warum ist dir das wichtig, da Zeit zu investieren?

00:08:39: Naja ich habe das selber ja auch erlebt.

00:08:41: Also immer war er auch mal jung und bei mir war es auch so... Ich bin ohne Vater groß geworden und meine Mutter war immer auch viel arbeiten.

00:08:49: Das heißt ich war auch oft auch allein und hab dann mich da auch ein bisschen durchschlagen müssen.

00:08:56: Und ich kenne das halt von mir selber auch dass man dann das mit sich selbst ausmacht und vielleicht auch mal jemand fehlt der einfach dann mal fragt, Mensch wie geht's denn wir gerade?

00:09:06: oder was ist denn grad das Problem?

00:09:07: Was beschäftigt ich dich den Grad und das ist sicherlich etwas, was mich da so ein bisschen geprägt hat.

00:09:14: Und dieses Gefühl... Ich hatte das jahrelang nicht so stark aber dieses Gefühl kommt jetzt immer mehr wenn ich jetzt sehe wie meine Kinder groß werden und wie es denen beispielsweise geht.

00:09:24: Meine Tochter zum Beispiel die ist eigentlich sehr gut in der Schule und dann hat sie tatsächlich auch mal eine schlechtere Note geschrieben Wie das an ihr kratzt und wie es da geht.

00:09:36: Und da kommen dann ganz schnell auch vielleicht Selbstzweifel, wo ich sage die müssten an der Stelle ja noch gar nicht sein.

00:09:42: Weil das war mal ein Ausrutscher.

00:09:44: Das war tatsächlich auch mal ein schlechter Tag dabei.

00:09:46: Da war meine Aufgabe nicht verstanden.

00:09:49: Und dass ich fühle hat mich jetzt so in den letzten Monaten Jahren immer mehr so ein Stück weit begleitet, wo Ich dann gedacht habe Mensch Du machst eigentlich auch so ein Job.

00:09:59: Du bist auf dieser Seite der Lehrer, Dozenten usw.

00:10:03: Und eigentlich kümmerst du dich... ...auf der menschlichen Ebene um deine Studierende viel zu wenig und könntest da mehr machen.

00:10:13: Deswegen habe ich mir von der Weide vorgenommen.

00:10:16: ... dann mich da auch wirklich intensiver drum zu kümmern.

00:10:19: Also, um die Menschen... ...auch da Verbindungen aufzubauen und eben auch... Da sind auch tatsächlich, das muss ich auch sagen,... ... den einen oder anderen Studierenden auch Freundschaften hinterher entstanden, ne?

00:10:30: Die dann in der Studium beendet haben.

00:10:32: Und die dann auch nach vielen... Oder nach mehreren Jahren nochmal kommen.

00:10:35: sie und ich dann auch sagen,... ...ich weiß noch wie du damals mal für mich da warst oder ne?

00:10:39: Wie du damals... Du warst der einzigste, der das mal hinterfragt hat oder so.

00:10:43: Das ist dann eben auch wieder so ein schönes Gefühl der Bestätigung.

00:10:46: So Bestätigen tut ja glaube ich auch allen gut.

00:10:48: Wo ich dann für mich gesagt habe, ja, es ist so eine Sache,... ...auf die würde ich mich schon gerne noch perspektivisch mehr fokussieren wollen.

00:10:54: Die Kinder wären jetzt größer,

00:10:55: d.h.,

00:10:55: ich hab auch Zeit dafür!

00:10:57: Und deswegen habe ich mir das ganz bewusst jetzt auch perspektivisch mehr vorgenommen.

00:11:03: Das betrifft ja nicht nur die Klausurphasen, sondern wenn ich bei den Studierenden bleibe, müssen am Ende ihre Studiums eine Bachelorarbeit schreiben und die Bachelorarbeit ist tatsächlich für viele so die erste große wissenschaftliche Arbeit.

00:11:20: Es ist ein großes Projekt.

00:11:22: Ich muss da eine Studie machen.

00:11:25: Da sind natürlich viele, so ein Stück weit auch sehr verunsichert.

00:11:29: Wie liegt ich da richtig?

00:11:32: Bin nicht auf dem richtigen Weg?

00:11:33: Was muss ich alles beachten?

00:11:35: Welche Stolpersteine gibt es und so weiter... Und da merke ich einfach wie viele Studierende sehr unter Druck stehen in solchen Phasen.

00:11:43: Das geht in der Vorbereitung, in der Findungsphase los bevor eigentlich die eigentliche Schreibphase beginnt und zieht sich dann komplett ...durch diese Schreibphase durch.

00:11:52: und ich glaube, jeder der schon mal auch geschrieben hat... ...und solche Arbeiten gemacht hat, können glaube ich viele bestätigen.

00:11:56: Da kommen zwischendurch immer so Punkte wo du dann große Zweifel einfach hast.

00:12:00: Bin ich da noch richtig?

00:12:01: Verzettle ich mich gerade an solche Sachen!

00:12:04: Und da habe ich halt angefangen tatsächlich auch, ich hab mir dann ein separate Smartphone zugelegt mit einem separaten WhatsApp-Zugang.

00:12:11: Dann habe ich einfach gesagt, ich will gar nicht... ...dann da so eine große Hürde zu meinen Studierenden haben die ich dann bei solchen Bachelorarbeiten betreue, sondern ich will ganz nah dran sein wenn sie es denn wollen und biete dann praktisch auch immer an dass sich dann noch jederzeit mir zum Beispiel per WhatsApp eine Sprachnachricht schicken können oder wir da auch ganz schnell mal telefonieren können oder so.

00:12:32: Und da habe ich das tatsächlich auch relativ häufig schon erlebt Studierende am Telefon habe, die dann in Tränen aufgelöst sind, weil sie an einem Punkt sind wo sie jetzt nicht genau weiterkommen und nicht genau wissen wie es weitergeht.

00:12:45: Und wo's da manchmal bloß ein kleiner Tipp ist.

00:12:47: Wo man sagt Mensch machen Sie das doch so oder machen Sie dass so?

00:12:50: Oder wo man einfach auch mal sagt So schlimm ist das gar nicht.

00:12:53: Was sich da vielleicht in so'n Problem reingesteigert was eigentlich aus Prüfer-Sicht gar nicht so dramatisch ist.

00:13:00: Das kannst du so machen, kannst das so weitermachen Ja und es ist gar nicht groß wie das für dich vielleicht gerade wirkt.

00:13:07: Und das sind halt so dann auch schöne Erlebnisse, die man hat.

00:13:12: Das tut mir natürlich auch gut wo ich dann eben auch sage hinterher Mensch da hast du jetzt jemanden geholfen.

00:13:17: Es ist ja immer ein gutes Gefühl wenn man dann noch jemand helfen kann und dadurch kommt er jetzt weiter und ich bin da sozusagen dann eben doch so ein Stück weit in so einer Mentorenrolle und es fühlt sich Kann man ja auch ehrlich sagen, es fühlt sich dann noch gut an.

00:13:32: Wenn man eben zu jungen Menschen da auch so ein Stück helfen kann?

00:13:35: Genau ich höre sehr stark von dir das die Qualität und gute Beziehung und Verbindung zu deinen Studierenden wichtig ist.

00:13:43: Und dass du dich in sie einfügen kannst und auch hinterfragst wenn die Noten schlecht sind oder so weiter und Interesse daran haste woan liegt was braucht es um das zu schaffen.

00:13:54: Meine Frage ist also ich stelle frage mich warum ist das wichtig und was erfüllt sich für dich dadurch Wenn du in diese Beziehungsebene investierst, und wenn du hinterfragst.

00:14:07: Und nicht nur einfach bei der Sache bleibst oder einen Professorenjob.

00:14:11: Man erkennt es ja oft so... ...oder auch so.

00:14:15: Sie sind alle egal die schreiben ihre Prüfungen ich mache da mal eine Sacharbeit wo wir still das ab und dann gehe ich nach Hause und setze ihn.

00:14:25: Ich vermute dass du das kennst vielleicht aus deinem Studienzeiten usw.. Und ich stelle mir die Frage, welche Erfahrungen du da für dich gemacht hast, dass du für dich entschieden hast das so zu machen wie du sie machst.

00:14:37: Ja ist eine gute Frage.

00:14:38: also genau jeder kennt ja sicherlich dozenten Lehrer die man nicht gerne anspricht wo es immer ne große Hürde ist mal noch nur nachfragen zu stellen weil man einfach das Gefühl hat da ist jemand der schwebt über den Dingen oder das ist dann eine große Mauer davor.

00:14:52: Da komme ich gar nicht durch Ich kleiner Studierender oder ich kleine Schüler der große Professor oder so, der schon Haufen Bücher und Aufsätze oder sowas geschrieben hat.

00:15:04: Und so wollte ich nie sein!

00:15:06: Ich wollte immer derjenige sein wo die Studierenden am Ende sagen mit dem kannst du mal reden, mit denen kann man auch mal einen Spaß machen, mit dem kann man in der Mensa sitzen und Mittagbrot essen... Und der ist menschlich geblieben, der ist auch zugänglich.

00:15:18: Ja und das ist manchmal auch stressig Das gebe ich auch zu wenn ich jetzt zum Beispiel so einen langen Vorlesungstag habe Ich hab jetzt acht Stunden Vorlesungen beispielsweise ich habe dann kurze Pausen ja Dann muss man sich auch mal in den pausen erholen.

00:15:30: und dann kommen wir natürlich auch manchmal Studierende mit ihren fragen und so weil sie wissen Sie können mich auch ansprechen.

00:15:35: und da ist natürlich auch Manchmal so der punkt wo du denkst euch könnt ihr doch mal fünf oder zehn Minuten einfach nur für mich brauchen, aber da ist dann eben auf der anderen Seite auch der Studierende, der die ganze Woche wahrscheinlich auf dieses Gespräch gewartet hat.

00:15:48: Auf diese Chance da mal kurz mit mir zu reden, der vielleicht auch nervös ist in dem Moment weil es ein junger Mensch ist und da steht dann halt doch jemand vor dir und er ist dann aufgeregt das merkt man ja dann auch manchmal wie dann die Sprache unsicher wird usw.

00:16:03: Und ich meine den Gemensch eigentlich Ja, lass jetzt deine Pause.

00:16:07: Jetzt hilfst du dem einfach kurz und schickst dir nicht weg und sagst heute nicht... ...und da muss er wieder eine Woche warten bis er die Chance hat mich irgendwie wieder zu treffen oder so.

00:16:16: Und genauso wollte ich halt nie sein.

00:16:18: das ist sicherlich manchmal ein bisschen stressig.

00:16:20: man könnte es wenn ich jetzt auch ehemalige Kollegen oder so sehe ja man kann's natürlich einfacher haben.

00:16:27: Das heißt ich könnte natürlich einfach sagen Egal.

00:16:31: Und ich mache dann in der Zeit, wo ich dann mit Studierenden spreche oder so mache ich dann halt was anderes?

00:16:37: Trinkt mein Kaffee oder unterhalte mich mit Kollegen aber... Ich sehe dann immer wie gesagt die andere Seite und du siehst dann halt die jungen Menschen die große Herausforderung heutzutage aus meiner Sicht auch zu bewältigen haben.

00:16:48: es ist wenn man das so mit früher vergleicht ja früher hast du ein Lehrbuch gehabt und da hast du deinen Unterricht gehabt und dann hast du dich darauf vorbereitet.

00:16:56: heute gibt's so viel Input aus allen Richtungen, ja das heißt online YouTube Videos wir haben KI und so weiter.

00:17:04: Die müssen auch solche Sachen lernen damit umzugehen dass zu bewerten usw.

00:17:09: Also es ist so viel input was da auf die jungen Leute heutzutage einprasselt und dann natürlich die großen Themen.

00:17:15: Wofür mache ich das alles?

00:17:16: Wie sieht man meine Zukunft aus?

00:17:18: wie sieht die Zukunft meiner Kinder aus?

00:17:20: So hat ihr alles auch sehr düster gemacht teilweise Und das sind einfach so Sachen, die dann wahrscheinlich auch viele junge Menschen ein Stück weit belasten.

00:17:28: Wenn man denen da so eine kleine positive Signal geben kann... ...dann hat man da was Gutes getan und das tut einem selber immer gut.

00:17:35: Wie gesagt, das fängt mit Kleinigkeiten an, weil ich zum Beispiel auch immer mache, verteile immer gerne Süßigkeiten.

00:17:43: Zum Beispiel zur Prüfung oder am ersten Vorlesungs-Tag gibt es von mir immer Süßkeiten für meine Studierenden.

00:17:49: Da bin ich auch einer der wenigen, die das machen.

00:17:52: Weil ich finde einfach Süßigkeiten... Das ist zum Beispiel immer etwas... ...das ist immer so ein Eisbrecher!

00:17:56: Das heißt wenn ich in ersten Vorlesungen Süßkeiten verteile,... ...dann ist das Eis zwischen der Gruppe und mir sofort

00:18:02: weg.".

00:18:02: Du hast sofort ein Thema, manche wollen das nicht.

00:18:05: Manche wollen lieber irgendwas anderes.

00:18:07: Dann gleich an ja es kommt der Sommer und jetzt kommt der Dozent mit den Süßigkeiten und so weiter.

00:18:11: Und du hast sofort das Eis gebrochen und du hast eine Verbindung zu der Gruppe zu den Leuten die du vorher noch nie gesehen hast.

00:18:20: Ich will halt auch wenn ich zum Beispiel meine Vorlesung mache und ich stehe da acht Stunden vor einer Gruppe ... dann will ich einfach auch da eine Atmosphäre haben, die auch mir Spaß macht.

00:18:30: Und ich mag halt nicht so sehr solche Atmospheren, wo man sich die Studierenden nichts trauen zu fragen oder auch mal zu hinterfragen.

00:18:39: Das ging mir gerade zu schnell.

00:18:40: Haben Sie mal noch ein Beispiel?

00:18:42: Genau das will ich, dass die mitmachen.

00:18:45: Dass sie sich trauen mich anzusprechen und auch einen Spaß machen oder mal ein Spaß mitmachen, dass man auch lachen kann in so einer Veranstaltung.

00:18:53: Manchmal schon so laut gelacht in Vorlesung, dass von außen jemand reinkommt und sagt was ist denn hier los?

00:18:59: Und das tut einfach gut!

00:19:01: Das tut mir gut, das tut den Studierenden gut und am Ende wollen wir ja alle irgendwo einen schönen Tag erleben bei allem... ... bei Ernsthaftigkeit, die ja trotzdem dahinter sein muss.

00:19:10: Dass man am Ende da tatsächlich um fachliche Dinge macht.

00:19:12: Wir sind ja nicht nur noch... ...am Lachen oder Süßigkeiten wissen,... Ja klar!

00:19:16: Und es geht einfach um die Atmosphäre, die stimmen muss und dann ist das für alle Beteiligten glaube ich eine angenehme Geschichte.

00:19:22: Also was ich höre ist dass den Näh-und Verbindungen wichtig ist.

00:19:25: zu deinen Studenten und auch ich sage jetzt mal eine professionelle Augenhöhe also, dass man sich als... Menschen die in einem Raum sind, gemeinsam atmosphärisch standen auf Augenhöhe begegnen gleichzeitig aber auch seine Profession sieht.

00:19:39: Seine Rollen sieht und das ist natürlich, denke ich mal berücksichtigt im Miteinander.

00:19:43: Das ist so was ich rauskomme warum dir das wichtig ist?

00:19:46: Und ich habe eine Vermutung, aber ich weiß nicht ob das so ist.

00:19:50: also das wäre so mein Ding.

00:19:51: deswegen vielleicht einfach nochmal eins Es hört sich für mich auch an Ja, dass es Teil deines Selbstverständnisses in der Rolle die du dort hast In einem Rahmen zu schaffen, eine Atmosphäre zu schaffen.

00:20:06: Wo die Menschen nicht nur fachlich, sachlich lernen dass sie mal funktionieren in bestimmten Rollen sondern dass sie sich als Mensch entwickeln.

00:20:15: kann das sein?

00:20:16: Ja ja es ist eigentlich ein sehr guter Punkt.

00:20:18: ne Das geht zum Beispiel los wenn ich die Studierenden kennenlernen.

00:20:22: Ich frag die halt immer ... soll ich sie sitzen?

00:20:25: oder also, soll ich die mit Nachnamen ansprechen?

00:20:27: Also sieht es sowieso.

00:20:28: Ja.

00:20:29: Soll ich sie mit Nachnamen ansprechen... ...oder darf ich Sie mit Vornamen ansprechen?

00:20:33: Ich bin zum Beispiel jemand, ich spreche... ...die Studierenden oder auszubilden viel lieber mit dem Vornam an,... ...weil ich finde da ist dann nicht so eine große Distanz.

00:20:41: Ja!

00:20:41: Damit geht's schon los und dann will ich den natürlich auch so ein bisschen was... ...ich hatte auch mal früher einen Dozenten,... ...das will ich noch relativ genau aus meiner Ausbildungszeit damals... auch so viel aus seinem Leben erzählt und Erfahrung mitgegeben.

00:20:57: Ich fand das immer total spannend, weil ich war damals noch sehr jung, sehr unerfahren in vielen Dingen... Und er hat dann soviel erzählt und hat gesagt denkt auch immer mal ne?

00:21:05: Wir haben auf der einen Seite, wir arbeiten ja bei mir in einer Verwaltungshochschule viel mit gesetzen

00:21:09: usw.,

00:21:10: denkt doch immer daran du hast hier das Gesetz, auf der anderen Seite sitzt aber auch immer ein Mensch.

00:21:15: Diese Entscheidung die du da jetzt irgendwann triffst als Sachbearbeiter in der Behörde Das trifft den Menschen.

00:21:22: Das heißt, vergiss die andere Seite immer auch nicht und überleg dir was das für Auswirkungen haben kann.

00:21:28: Und entscheide auch mal mit deinem Bauchefühl und gucke wie weit du vielleicht bestimmte Spielräume in so einem Gesetz im Einzelfall ausreizen kannst.

00:21:36: Also vergiss auch immer nicht... die andere Seite hinter solchen Entscheidungen.

00:21:41: Und das versuche ich halt meinen Studierenden auch mitzugeben, dass man nicht einfach immer nur Sturheilsachen abarbeitet sondern sich auch immer überlegt welche Auswirkung hat das?

00:21:50: Wenn ich jetzt jemanden irgendetwas was er beantragt habe zum Beispiel Ablehne oder wenn ich ihm eine Abrissverfügung zuschicke für irgendwie ein Gartenhäuschen oder sonst irgendwas... Dass man das eben nicht vergisst!

00:22:03: Dass man diese menschliche Seite bei allen fachlichen Anforderungen die es halt auch immer gibt ... dass man die auch nicht vergisst.

00:22:09: Und das versuche ich halt, gleich von Anfang an eben auch vorzuleben... ...dass ich eben sage, ich will hier nicht nur meinen Stoff runterrattern und mich hinstellen um meine Powerpoint irgendwie hervortragen,... ...und ich will eigentlich mit euch zusammen, ne?

00:22:21: Dass wir hier im Semester ein Stück zusammenwachsen... ...und da sich vielleicht auch euch das eine oder andere auch außerhalb des fachlichen Stoffs.

00:22:30: mitgeben kann.

00:22:32: Das geht los, mit Höflichkeit beispielsweise.

00:22:35: Wenn Studierende – das gibt es ja manchmal – ich grüße zum Beispiel jeden Studierenden auf dem Flur.

00:22:41: Ob ich den jetzt schon kenne oder nicht?

00:22:42: Ich sag immer hallo und guten Tag!

00:22:44: Ich lasse die auch gerne in ihre Räume rein wenn sie sich davor irgendwie stapeln und der andere Dozentenkollege ist noch nicht da.

00:22:51: Das sind einfach so Kleinigkeiten wo man sagt… Zeigst den bis da so ein Stück weit auch Vorbild.

00:22:56: Das sind junge Menschen, die kannst du noch ein bisschen prägen.

00:22:58: und dazu gehört dann eben auch wenn bei uns an der Hochschule Die Reinigungskraft übern Flurlöffel sich selbstverständlich auch grüße und dass ich die Selbstverständlich mittlerweile auch mit dem Vornamen kenne.

00:23:08: das gehört einfach dazu.

00:23:09: ja Und das finde Ich sollte man eben auch so ein stück vorleben weil man hat eben auch eine Vorbildrolle und die jungen leute gucken auch auf die älteren.

00:23:18: Der Dozent geht an den Leuten vorbei und grüßt nicht, dann machen die das halt auch irgendwann nicht oder viele vielleicht.

00:23:26: Und deswegen finde ich muss man da immer ein Stück weit auch seine Rolle erkennen, die man hat.

00:23:32: Man kann junge Menschen in dem Alter... Die Vorprägung ist natürlich schon für er, aber auch da in dem Alter denke ich kann man junge Menschen immer noch ein Stück weit was mitgeben.

00:23:43: Für ihre zukünftiges Leben und Verhalten usw.

00:23:45: Und dazu gehört auch mal wenn ich etwas unhöflich finde beispielsweise... Erinnere ich mich noch an einen Fall.

00:23:53: Ich habe mich vorgestellt, du bist das erste Mal in der Gruppe, du stellst dich vor und erzählst was du mit ihnen vor hast.

00:24:02: Da sitzt dann halt jemand vor dir in der ersten Reihe und guckt da irgendwie nur auf sein Smartphone.

00:24:08: Und das habe ich in dem Moment nicht kommentiert... Aber ich habe mir dann halt in der Pause, bin ich dann auf ihn zugegangen und hab gesagt, wissen Sie?

00:24:15: Ich fand das eigentlich gerade sehr unhöflich.

00:24:17: Ich stelle mich vor, ich rede mit Ihnen was wir alles so machen wollen

00:24:20: usw.,

00:24:21: wir stocken jetzt ein neues Semester... Und das Einzige ist aber, sie gucken die ganze Zeit auf Ihr Smartphone.

00:24:25: Sie haben mich nicht einmal angeguckt!

00:24:26: Wie würden Sie das denn empfinden wenn Sie sich vorstellen und ich gucke dabei auf mein Smartphone?

00:24:32: Das finde ich auch wichtig dass man solche Rückkopplungen gibt und sagt, das finde ich nicht okay Und dieses Verhalten dann auch in Anführungszeichen ein Stück weit kritisiert und sagt, das finde ich für mich unhöflich.

00:24:45: Und der hat sich da tatsächlich gleich entschuldigt.

00:24:47: Das weiß ich noch ganz genau.

00:24:48: Er war völlig aufgelöst, er war völlig erschrocken dass ich das so wahrgenommen habe weil er das überhaupt nicht so empfunden hat.

00:24:54: Er hat mir dann doch gleich erklärt warum er am Smartphone war und was er irgendwie Social Media oder so hatte sondern weil es tatsächlich irgendwie ein familiäres Problem war und er da irgendwie Nachrichten geschrieben hat oder so.

00:25:05: Ich das dann halt gleich einordnen konnte.

00:25:06: und wo wir Gleich in die Sprüche kommen sie und gesagt haben, guck mal.

00:25:10: So kam das jetzt bei mir an?

00:25:12: So kam es bei ihnen an?

00:25:14: Sie haben's halt gar nicht registriert dass das vielleicht ein Problem ist.

00:25:17: Und das finde ich halt so wichtig, dass man einfach miteinander spricht auch negative Sachen vernünftig anspricht weil das hier wird im Leben auch dazu.

00:25:25: Ich finde, das ist ja nicht nur in der Hochschule so, sondern es betrifft ja alle Lebensbereiche.

00:25:31: Dass man vernünftig auch negative Sache ansprechen kann und dann einen vernünctigen Austausch kommt.

00:25:37: Das ist das was die wichtig, dass habe ich verstanden und gehört.

00:25:41: Ich überlege gerade wie ich mich gehe, ich hab zwei Ideen aber den einhole ich noch nach, ich geh erstmal den Weg Wie lange bist du jetzt schon in der Rolle?

00:25:48: Also die Dozententätigkeit mach' ich seit...

00:25:51: Oh wow, zwanzig Jahre!

00:25:53: An der Hochschule bin ich seit ...und vorher habe ich halt dozententädigkeit gemacht.

00:25:58: im Ausbildungsbereich, das mache ich jetzt immer noch nicht mehr so viel.

00:26:02: da sind die Teilweise die Auszubildenden noch jünger, da sind sie teilweise nach dem Reharschwerbschluss ja dann erst sechzehn Jahre alt und in der Hochschule hast du dann im Regelfall natürlich so ein bisschen die älteren mit neunzehn zwanzig.

00:26:15: Genau!

00:26:16: Also dann hat es eine Erfahrung kannst zurückblicken.

00:26:19: Die Frage, die ich nämlich stellen möchte ist Du hast dich ja entschieden und bist dir dessen bewusst wie du die Beziehungen zu deinen Studierenden dazu bist usw.

00:26:26: in deiner laufbaren Gestaltung hast und gestaltest.

00:26:30: Und Ich habe eine These Aber die hatte ich erst mal noch zurück, weil ich deine sich sehen hören will zuerst.

00:26:38: Und was beobachtest du?

00:26:40: Was entsteht dadurch?

00:26:42: Du wirst einen Motiv haben warum du das so machst und auch über die Jahre dann gesehen haben dass ich das bestätigt, dass das was dir wichtig ist oder dir wünscht, dann auch eintritt.

00:26:49: also ich habe jetzt gehört, dass es dir wichtig sind, dass die Menschen, die im Verwaltungskontext ist ja eine Verwaltungsschule wo du da bist arbeiten lernen den Menschen nicht zu vergessen bei ihrer Sacharbeit

00:27:02: Genau, dass man immer auch daran denkt hinter jeder Sachentscheidung stecken Personen.

00:27:08: und ja es ist natürlich schon so wenn ich jetzt die letzten Jahr zwanzig Jahre so ein Stück weit Revue passieren lasse.

00:27:16: Ist es schon so das der Umgang miteinander anonymer geworden ist distanzierter teilweise geworden ist?

00:27:24: Das war früher schon eine andere Welt.

00:27:26: noch so ein bisschen.

00:27:27: Ja das alles so schnell geworden auch, so schnelle Bekanntschaft hier.

00:27:32: ein kurzes Hallo vielleicht da.

00:27:34: Man kommt gar nicht mehr so einen intensiven Austausch.

00:27:37: man sieht auch zum Beispiel in den Pausen das fällt mir zb auch auf dass dann ganz viele tatsächlich einfach nur an ihrem Smartphone hängen und sich gar nicht miteinander unterhalten, dass die gar nicht zum Beispiel rausgehen.

00:27:51: Wir haben da einen wunderschönen Innenhof wo man sitzen kann, die Sonne ein bisschen genießen kann.

00:27:55: Die sitzen alle vor ihren Smartphones oder viele also das würde ich jetzt nicht sagen und gucken da rein und dass so der ganze Austausch irgendwo miteinander nicht mehr stattfindet.

00:28:07: Und ich habe das zum Beispiel nach der Corona-Pandemie ziemlich extrem erlebt muss ich sagen es hat mich selber auch damals schon ... auch bewegt.

00:28:16: Wir mussten ja dann von einem auf dem anderen Tag in online-Lehre umsteigen, das heißt wir haben es dann ... ... per Zoom gemacht und dann den regulären Lehrbetrieb im Online-Betrieb umgewandelt... ...und da haben wir das so ein paar Semester gemacht.

00:28:29: Und dann hieß es wieder, wir können wieder zurück in die Hochschulen!

00:28:32: Ich dachte so alle freuen sich dass man sich dann widersieht,... ...dass man Kontakte knüpft und gerade bei Hochschule gehört's ja auch dazu, dass da auch Partys stattfinden usw.

00:28:43: Tatsächlich war das so ... dass viele das eher als Belastung empfunden haben.

00:28:47: Dass ich jetzt zurück an den Studienorten muss, weil dann muss ich mich ja um eine Wohnung kümmern,... ...dann muss ich da hinfahren und so weiter... ...und manchmal vielleicht bloß irgendwie für zwei Vorlesungen.

00:28:57: Das ist ja auch mal eine Zeitfrage.

00:28:59: Können wir das nicht trotzdem irgendwie online machen?

00:29:01: Und habe ich immer so gedacht auf der einen Seite hat zum Beispiel solche Online-Veranstaltungen natürlich auch Vorteile.

00:29:06: Ist klar wenn ich jetzt zum Beispiel... ...an einem Tag nur eine neunzig Minuten Vorlesung hab,... ...da muss man schon überlegen ob man dann zwei Stunden Auto fährt bei... beispielsweise, ob das sinnvoll ist.

00:29:16: Aber man darf natürlich auf der anderen Seite nicht vergessen, dass Studieren auch immer etwas damit zu tun hat, dass ich eben Kommunikation lerne, Menschen kennenlerne und unteres Volk komme.

00:29:30: ...dass ich einfach das Leben lebe.

00:29:33: Und dass

00:29:33: die Komfortzone mal rauskommt, ne?

00:29:34: Ja!

00:29:36: Und dass ich eben nicht zu Hause sitze auf meiner Couch und mir da eine Vorlesung nach der anderen irgendwie reinziehe... ...und am Ende des Tages habe ich mit niemandem gesprochen vielleicht,... ...außer mein Haustier oder so.

00:29:49: Da fehlt so dieses ganze Leben irgendwie einander.

00:29:53: dass man Freundschaften schließt, dass man sich verliebt und solche Dinge.

00:29:58: Das gehört doch alles dazu!

00:29:59: Und das war früher viel stärker ausgeprägt als diese ganzen Dinger die jetzt hier vor unseren Gesichtern sind noch nicht hatten?

00:30:08: Und das ist verloren.

00:30:10: Das ist verloren gegangen und wenn man da sich so ein Stück bewahren kann, ja?

00:30:13: Ich muss mich da selber manchmal auch disziplinieren.

00:30:16: Das gehört zur Ehrlichkeit dazu.

00:30:18: Man selbst muss ich da disziplinieren, dass man eben dann auch das Smartphone mal zur Seite packt aber... ...das ist meine Beobachtung, wenn ich jetzt die letzten zwanzig Jahre sehe, dass dieser persönliche Austausch untereinander mit den Dozenten

00:30:32: usw.,

00:30:34: deutlich in den Hintergrund gerückt ist und zu Lasten dieser digitalen Endgeräte, die wir alle haben.

00:30:42: Jetzt komme ich mit meiner These und so weiter um Ecke.

00:30:44: Also meine These ist wenn ich dazuhöre dass dir nicht nur die Lehre und das Lernen wichtig ist sondern dass Studieren eigentlich bedeutet, dass ich als Student oder Studentin sich entwickeln und dass der wichtigsten Rahmen zu bauen in dem Menschen sich entwicken können und es gefördert wird.

00:31:01: Ja, ganz genau.

00:31:02: Besser kann man es eigentlich nicht ausdrücken.

00:31:04: Es geht darum, nicht nur fachliche Inhalte jemanden beizubringen.

00:31:08: Ich sage mal so wenn ich jemanden vor mir habe das fachliche das kann man im regelfall jemandem noch gut beibringen.

00:31:14: aber die menschliche Seite die persönliche Seite bestimmte Eigenschaften die jemand hat Die sind irgendwann geprägt und eingeschlüfft Und ich finde so lange, wie man da noch irgendwie was verändern kann oder positiv beeinflussen kann.

00:31:27: Dann sollte man die Chance auch ergreifen und die Zeit sich einfach nehmen und das tun.

00:31:32: Ich find's dann halt schön... wenn man dann halt auch nach Jahren von manchen eine Rückmeldung bekommt und sagt, ich erinnere mich noch wie Sie mir damals sie helfen haben in der Situation.

00:31:41: Und das hat mich vielleicht auch irgendwo nochmal sensibilisiert oder ein Stück verändert.

00:31:46: Das sind genau die Punkte, die einen auch antreiben wo man sagt ja du kannst da eben auch Verbindungen aufbauen zu Menschen, die dich auch nach jahren noch wertschätzen und das tut einem selber gut.

00:31:58: Ich glaube dass finde ich heute ganz wichtig neben den fachlichen Aspekten dass man eben auch immer an Persönlichkeitsentwicklung ein Stück weit denkt und den Menschen sieht.

00:32:07: Und versucht da eben auch Verbindungen aufzubauen, miteinander zu reden.

00:32:13: Und ihm positive Dinge mitgibt aber vielleicht auch mal was Negatives anspricht und sagt du diese Verhaltensweise die finde ich jetzt nicht okay.

00:32:20: Also Pushbacks gehören ja auch zur Entwicklung damit man einfach die Brosse die Rückkopplung oder Fremds haben um dich um dann einordnen zu können für Entwicklung wenn alles easy läuft dann genau also Das studieren auch Entwicklung ist und nicht leere war mein punkt und den ich also die tese die du gerade bestätigt hast.

00:32:39: Und ich habe auch rausgehört, muss meine Gedanken gerade mal sammeln das deine strategie ist aber das ist gar nicht wie eine strategie rüber ist halt unbewusst weil ich nehme das total ab dass es einfach dein was du so bist.

00:32:57: jetzt hab ich meinen punkt in der gerettete.

00:32:58: ich wollte mich noch widersprechen oder andersrum ergänzen.

00:33:03: Ja, wenn ich bestimmte Muster habe die so entwickelt dann fahren sie sich ein und es wird schwierig da wieder rauszukommen.

00:33:10: Denn... Ich denke oder bin überzeugend dass wir uns unser Leben lang entwickeln können?

00:33:16: Und das ist gut!

00:33:17: Wenn wir spätestens im Studium besser vielleicht sogar in der Schule und den Kindergarten schon einen Raben haben, der uns jeden Tag Impuls und Anreize gibt, dass wir transformational lernen um in Entwicklung zu kommen.

00:33:32: Also also Ich geb dir recht, wenn wir bestimmte Verhaltensweisen am Handy rumhängen oder isoliert sind in Corona.

00:33:39: Dass sich dann Muster einfahren und ich glaube da hat die Jugend heute mit ein bisschen zu kämpfen dass da Jahre fehlen wo man in Interaktion gehen konnte wesentliche prägende jahre wo ich lerne wie gehe ich miteinander in Kontakt?

00:33:51: Und dann bin ich an meinem Handy und fühle mich isoliert und sitze unter Leuten und fühl mich trotzdem allein oder sogar einsam weil ich nicht weiß wie ich in Kontakt komme weil mir die drei Jahre fehler oder zwei Jahre Und da schaffst du ja einen Rahmen und kannst wieder ein bisschen nachsteuern.

00:34:04: Deswegen halte ich es für wichtig, dass man... wenn man die Ressource hat und auch erholt ist, man braucht seine Pausen, das man jeden Moment nutzen kann für Entwicklung.

00:34:14: aber irgendwann brauchst du auch Zeiten wo du inne hältst weil auch eine Raupel verpuppt sich und hält inne quasi bevor sie in Schmetterlinge wird ne?

00:34:25: Ich glaube, dass dir das wichtig ist und dass du daran Teil deiner Arbeit Siehst und das dir deswegen, dass.

00:34:33: Das ist für dich eigentlich gar kein Investor Zeit zu schämen sondern eigentlich die Selbstverständlichkeit weil du weißt wofür du es machst

00:34:39: ja genau.

00:34:40: also ich muss mich da jetzt nicht wirklich diskriminieren oder anstrengen ...

00:34:43: so

00:34:43: mache, sondern das ist einfach irgendwo drin.

00:34:46: Und ich gebe dir recht natürlich braucht man auch seine Auszeiten.

00:34:48: Meine Auszeit ist zum Beispiel immer wenn ich fahre gern Auto oder bin ich ganz allein und da schalte ich ab der höre ich zum Beispiel Podcasts.

00:34:55: Ganz gerne!

00:34:57: Da tanken wir halt dann seine Energie auch wieder auf irgendwo um dann eben wieder in einen Austausch reinzugehen... ...und sich dann auch den Sachen zustöllen.

00:35:07: Und wie gesagt, ich genieße das auch.

00:35:09: Das kann man auch so sagen... Ich mag das einfach total!

00:35:12: Du kommst in den Raum rein,... ...du hast freundliche Gesichter und keiner denkt, es kommt der da heute wieder.

00:35:19: Die haben keinen Bock auf mich und ich habe vielleicht keinen Bock die.

00:35:21: Und das wäre glaube ich äußerst schlecht.

00:35:24: So will ich mein Leben nicht verbringen und so will ich meine Veranstaltung nicht verbringen.

00:35:28: Und ich glaub, dass ist einfach so drin mittlerweile.

00:35:32: Und du kannst beobachten über die Zeit, dass das eine Atmosphäre erzeugt?

00:35:36: Die Sinn gibt eine Bedürfnisse erfüllt anscheinend auch der Studierenden und dass das ja eigentlich auch auf lädt.

00:35:43: Man braucht dann eher manchmal die Autofahrt um zu integrieren, was man erlebt hat und sich aus einer Schöpfung zu erholen.

00:35:50: Ja ganz genau!

00:35:51: Das lädt natürlich auch auf klar.

00:35:54: Ich meine jeder Mensch braucht irgendwo Rückmeldungen positive Bestätigung und so und natürlich kriege ich die da auch.

00:36:01: Und das tut mir persönlich, natürlich auch innerlich dann gut.

00:36:05: Wenn man sieht, ja, das kommt gut an und gefällt dir auch.

00:36:09: Du kannst da jemanden helfen oder unterstützen... ...und die sehen dich da auch positiv und freuen sich auf dich und die veranstalten mit dir.

00:36:17: Da geht man natürlich auch mit einem ganz anderen Gefühl in den Arbeitstag als wenn ich jetzt wüsste, da ist eine Gruppe, die hat überhaupt keine Lust mich zu sehen und sind froh, wenn ich da die Tür wieder zumache, würde ich mich da auch unwohl fühlen?

00:36:30: Also deswegen, ich verstehe dann manchmal so.

00:36:32: Ich kenne auch viele Kollegen aus unterschiedlichen Einrichtungen und da kenn'n natürlich auch Kollegen bei denen das genauso ist die Gruppe einfach sagt oh wir sind froh dass der jetzt irgendwie wieder raus ist ne?

00:36:45: Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen wie sich das so anfühlt oder dass man sich da irgendwie... Dass sich das gut anfühlt und dass man irgendwie noch einen positiven Tag dann selber hat.

00:36:54: ja

00:36:56: Vielleicht sind die Leute dann auch frustriert und sagen, oh, ich stelle nervig oder warum ist es zu schwer und so blöd?

00:37:01: Deswegen zahlt das ja auch irgendwo drauf ein.

00:37:06: Also genau worauf ich hinaus will im Grunde dass du dir quasi bewusst macht, dass man den Raum gestalten kann und nicht der Situation ausgeliefert ist.

00:37:14: in dem Sinne von Kann ich ja eh nix dran ändern sondern Ich kann entscheiden wie ich mich verhalte Wie ich den Raum wo ich Einfluss habe mit meinen Studenten gestalten, weil ich als Lehrende Kraft vorne halt auch Rahmenbedingungen setzen kann.

00:37:29: Und seine Süßigkeiten.

00:37:31: Ja und meine Oma hat mir mal einen Spruch gesagt der stimmt das ist wie es in den Wald hineinschaltet so schalt's auch wieder.

00:37:36: also kommt's doch wieder zurück.

00:37:38: ja und wenn ich natürlich da vorne stehe und Gesicht ziehe und der Gruppe letztlich schon das Signal gebe Ich hab hier eigentlich heute gar keine Lust auf euch was erwarte ich denn dann?

00:37:47: dass die mich dann alle freundlich aufnehmen und anlächeln, mitmachen und begeistert sind.

00:37:52: Das wird nicht stattfinden!

00:37:54: Und das zweite was ich gehört habe ist, dass du halt die Kommunikation ganz bewusst nutzt um die Verbindung herzustellen.

00:38:00: Als Organisationsentwickler sage ich auch immer wenn Menschen sich organisieren, ist da das wesentlich eigentlich dieses organisierende Kommunikations.

00:38:06: Wenn wir nicht miteinander reden können wir uns nicht organisieren.

00:38:09: Das sei denn wir haben mittlerweile automatisiert aber dann wissen wir manchmal gar nicht was alles so läuft KI weil wir die Kommunikation gar nicht mehr mitkriegen.

00:38:16: Also wenn wir sie proaktiv gestalten und für mich hört es sich an, dass das eigentlich auch ein Beitrag von dir ist dann die Studenten wieder abzuholen und dass ihr das auch erleben wie kommunikation wirkt und auch die Art und Weise der Kommunikations- und auch wenn ich nur durch den Flur gehe und sehe die warten auf dem Raum und die Aufschließe kommuniziere ich ja dadurch auch durch meinen Verhalten nach dem Motto Ich habe euch wahrgenommen, ich seh euch hier steht wartet voll in Raum könnte nützlich für euch sein wenn ich euch schon die Tür auf schließe dann könnt ihr euch schon vorbereiten was auch immer.

00:38:42: Genau, das sind einfach so kleine Signale.

00:38:45: Es muss ja nicht immer das das tiefe Gespräch sein was man mit jemandem führt.

00:38:48: Das ist einfach so.

00:38:49: diese kleinen Situationen, diese kleinen Signale die man senden kann wo man sagt ich will hier eine positive Stimmung erzeugen und deswegen lasse ich euch in den Raum rein und dann könnt ihr euch da schon mal hinsetzen.

00:39:00: Da müsst jetzt noch irgendwie ne Viertelstunde auf dem engen Flur stehen.

00:39:04: Das sind so Kleinigkeiten.

00:39:06: es gibt aber auch so Entwicklungen die ich jetzt sehe, die mir zum Beispiel oft wieder nicht gefallen.

00:39:10: Wenn ich jetzt zum Beispiel lasse gerade das Thema so ein Stück KI kurz mal erwähnt, wenn ich jetzt so E-Mails bekomme und die wirken so glatt

00:39:17: z.B.,

00:39:18: wo du ganz genau weißt, dass hat derjenige jetzt nicht selber geschrieben,

00:39:22: dass du dies,

00:39:23: es hat eine KI geschrieben.

00:39:24: Das finde ich hier zum Beispiel wie eine Entwicklung, die stört mich persönlich weil nicht jetzt, dass wir uns nur KI Texte hin und her schreiben sondern einen Text zum Beispiel.

00:39:32: Er lebt ja auch mal das da mal ein Fehler drin ist oder es war ein Buchstab.

00:39:36: Dass es was Persönliches ist, dass eine persönliche Note bleibt?

00:39:39: Genau!

00:39:40: Nicht irgendwie ein Alk-Latter-KI Text.

00:39:44: Ja ich sage... Das empfinde ich dann also.. Ich weiß nicht wie's dir geht, mir geht es manchmal so.

00:39:50: Ich finde das fast so bisschen, wie soll ich sagen, respektlos irgendwie, dass sich jemand Klingt jetzt irgendwie vielleicht übertrieben, dass sich irgendjemand nicht die Zeit genommen hat und sich hingesetzt hat.

00:40:00: Und mir dann irgendwie eine E-Mail geschrieben hat, sondern vielleicht einfach kurz mit der KI gesprochen hat und gesagt hat schreibt mir eine E mail an Herrn Wiener und das und das.

00:40:07: Das stört mich grad so ein bisschen, ne?

00:40:10: Ja

00:40:12: kann sein, dass es so respektlos für dich ist, dass dir da einfach die Wertschätzung fehlt, dass ich jemand da die Zeit nimmt und Gedanken macht und das dann einfach als... Funktionalen Prozesse geht und das einfach mal durch die KI idealerweise noch so ein KI E-Mailagent.

00:40:29: Und dann vielleicht auch ungefähr wie, naja der merkt es ja nicht oder so, sondern guck mal, wie toll ich dir das jetzt hier schreibe?

00:40:36: Natürlich merkst du das irgendwo.

00:40:38: Du kennst junge Leute und du weißt, wie sie schreiben und du weiß, wie die formulieren.

00:40:42: und dann kommt da taugend auf wo du sagst, dass hat er nie, auf die Idee wäre der nie kommen das so zu schreiben.

00:40:48: Das stört mich gerade so ein bisschen, ... so ein bisschen mehr die Zeit nimmt und einfach gedacht, ich setze mich jetzt hin.

00:40:54: Ich will dir eine E-Mail schreiben.

00:40:55: Ich habe eine Frage...

00:40:56: Ja?

00:40:57: Und dann nehme ich mir auch die Zeit und lasse das eben nicht eine künstliche Intelligenz machen.

00:41:01: Das ist tatsächlich ja auch der Gefahr, den ich jetzt sehe in der technologischen Entwicklung.

00:41:04: Es fängt ja mit den Smartphones schon an und mit den Social Media

00:41:06: usw.,

00:41:07: dass sie unsere Aufmerksamkeit ziehen, dass wir viel darüber kommunizieren und einen Selbstbild schaffen was über die Interpretationen der User, die das sehen gestaltet wird wo wir eigentlich ordengreifbar sind.

00:41:20: wenn Also wie du gerade beschrieben hast im Vorgespräch, dann werden Tolle auf einen Beitrag reagieren.

00:41:24: Und ich das nicht erkenne bin ich ja wieder in meinem Selbstwert angreifbar ist ja gefährlich.

00:41:27: und mein Thema hier im Podcast ist ja Ich mache das ja wegen sich Aufmerksamkeit Schenken zuhören um mehr miteinander ins Miteinander zu kommen und ich vermute dass dir das auch wichtig ist weil Du da auch investierst also vorzuleben.

00:41:41: dadurch also Nicht dass es um Verbindungen geht, der Verbindung wegen.

00:41:46: Da weil ich mir Bedürfnisse erfilme und vielleicht nie das brauche.

00:41:49: Das nehme ich gar nicht so wahr sondern Ich weiß warum ich in Verbindung gehe?

00:41:53: Weil es eine Kommunikation die Verbindung schafft eine Voraussetzung dafür ist wenn ich in verbindung stehe Insgemeinsame miteinander gestalten geht oder

00:42:02: Ja, das hast du wunderbar auf dem punkte Park.

00:42:05: genauso genau darum geht's ja im Endeffekt Wenn ich mir irgendwann mal ne Welt vorstelle wo wir letztlich uns nur noch KI-Text oder Sprachnachrichten usw.

00:42:13: gegenseitig schicken und gar nicht mehr in so einem persönlichen Austausch kommen, auch mit den Fehlern die dann auch mal dazugehören, dass man auch mal ein falsches Wort nimmt

00:42:21: usw.,

00:42:21: das gehört doch alles dazu.

00:42:23: Das ist wie beim Fußballspiel vergleichen.

00:42:26: Du willst dieses Fußballspielen perfekt machen, das heißt es gibt immer mehr Regeln und so weiter.

00:42:32: Und am Ende machst du aber genau das kaputt.

00:42:34: Das heißt du nimmst die Emotionen raus, niemand freut sich mehr nach dem Tor weil er erst mal noch drei Minuten warten muss ob's denn nur regulär ist oder nicht.

00:42:41: Fußball wird zu schach!

00:42:43: Ja genau und das macht doch keinen Spaß mehr ne?

00:42:46: Wenn ich dann jetzt sehe dass wir uns alle irgendwie nur noch perfekte Nachrichten hinschicken die all glatt sind um wo sich keiner mehr für den anderen Zeit nimmt, dann finde ich das eine Vorstellung die mir da irgendwie gerade nicht gefällt.

00:42:58: Ich höre heraus, dass dann glaube ich in Quintessence die Menschlichkeit wichtig ist.

00:43:03: Ja natürlich!

00:43:05: Genau einfach die Menschlichkeit mit allem was dazu gehört positiv wie aber auch negativ.

00:43:09: Auch die negativen Seiten.

00:43:11: Dass mal jemand... auch das kenne ich ne?

00:43:13: Dass man sich einfach auch mal im Ton vergriffen hat.

00:43:16: Auch das ist schonmal passiert.

00:43:18: wo dann aber derjenige hinterher kommt und sagt Das war nicht in Ordnung gerade Dass man auch zu seinen Fehlern macht steht und sagt, ich habe da was falsch.

00:43:26: Ich hab das selber auch schon erlebt.

00:43:28: Ich habe auch mal vor vielen Jahren, habe ich mal jemanden nicht die Wahrheit gesagt.

00:43:33: Das heißt, es war ein unangenehmes Thema... ...und ich wollte es umschiffen und habe ihm nicht die Wahrheit gesagt!

00:43:41: Und hinterher ist das rausgekommen, dass ich ihn praktisch angelogen habe.

00:43:46: Ja.

00:43:46: Und das war mir so anehen nehmen.

00:43:48: Dann habe ich ihn hin und zu mir geholt und habe mich entschuldigt davon.

00:43:52: Es tut mir leid.

00:43:52: ... dass ich das so gemacht habe, und das waren meine Gründe.

00:43:56: Das war im Endeffekt nicht die Begründung dafür... ...dass ich dich anlügen darf.

00:44:00: Ich will aber, dass du verstehst warum ich das gemacht habe,... ...aber es war mich in Ordnung.

00:44:04: Es war ein Moment wo ich dachte, das machst du nicht nochmal.

00:44:07: Egal wie unbequem das am Ende ist, aber du musstest dir wenigen sagen,... ...und kannst nicht umgehen indem du einfach die Hälfte weglässt oder so.

00:44:18: Das gehört einfach auch dazu.

00:44:19: Es gibt so einen Spruch, der lautet ein klares Nein schafft mehr Freunde als eine halbe Jahr.

00:44:25: Ja das ist gut genau ja.

00:44:27: so ist es ganz genau dass man eben wirklich auch klar sagt nee bis hier kann ich das mittragen oder verstehe ich das?

00:44:34: und so weiter und hier sehe ich das eben anders und dass man dann eben nicht so rum eiert und dann wirklich auch lieber klare Kante gibt im Zweifelsfall natürlich immer vernünftig kommuniziert.

00:44:46: aber Das ist so.

00:44:48: Vielmehr am Anfang auch schwer, da gebe ich zu dieses Nein, das ist nicht leicht.

00:44:54: Wenn wir noch mal ganz kurz das Thema Bachelorarbeiten aufgreifen... Ich kriege relativ viele Anfragen zur Betreuung von Bachelorarbeiten und man hat immer einen Kontigent wo man sagt, dass schaffe ich und irgendwann wenn es zu viel wird dann kann man sich nicht mehr um denjenigen kümmern.

00:45:09: Ja, dann ist einfach zu viel und man handelt das nur noch ab.

00:45:11: Und ist dann auch genervt oder so?

00:45:13: Dann kannst du ja auch was die wichtigsten mit der Beziehung nicht mehr machen.

00:45:16: Ja genau!

00:45:16: Dann kann ich das nicht mehr umsetzen.

00:45:18: Das heißt wenn ich an Anfragen kriege muss ich im Zweifelsfall auch mal Nein sagen.

00:45:22: Das fiel mir am Anfang schwer... Und da habe ich mir auch selber zu viel aufgebürdet, wo ich dann nachher mich selbst nicht mehr gerecht werden konnte.

00:45:32: Das muss sich auch lernen... ...dann jetzt eben auch mal dem Studierenden zu sagen tut mir leid!

00:45:36: Ich kann die Betreuung der Arbeit nicht übernehmen und das musste ich auch lernen da eben dieses Nein zu formulieren Und am Ende denjenigen aber trotzdem auch alles Gute zu wünschen für seine Arbeit, vielleicht noch ein Tipp zu geben.

00:45:50: Wer das dann vielleicht trotzdem auch betreuen könnte, wer da hinkommt oder so.

00:45:55: Also nicht stehen lassen sondern...

00:45:57: Genau.

00:45:57: Handlungsmöglichkeit

00:45:58: aufzeigen.

00:45:59: Genau,

00:45:59: wo man sagt, guck mal der und der, der könnte das auch noch machen, tut mir leid ich nicht.

00:46:03: Aber trotzdem wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihre Arbeitthema ist super.

00:46:06: Machen Sie das weiter vielleicht auch ein bisschen Mut mit dazu oder vielleicht auch wenn wir gleich einen Hinweis irgendwie hat oder eine Idee noch.

00:46:13: Das kann man ja auch alles mitgeben.

00:46:15: ob man den auch klar sagt, Tut mir Leid ich kann es nicht.

00:46:17: Es ist einfach zu viel und das bringt uns beiden nichts.

00:46:20: Das bringt mir auch nichts.

00:46:23: Und das ist halt so.

00:46:23: dieses, diese Ablehnung die man auch formulieren muss im Leben.

00:46:29: Ja vielleicht ist aber auch einfach eine Wertschätzung dem Menschen gegenüber.

00:46:32: Weil ich möchte ja sagen wenn ich die volle...wenn ich sehe ich habe die Kapazität dich so zu betreuen wie es mir wichtig ist und wenn ich das nicht kann damit du dir gegenüber aufrichtungen damit du Klarheit hast und das bekommst was du verdienst

00:46:43: Genau, das hast du völlig richtig ausgedrückt.

00:46:45: Das ist Wertschätzung und ich sage denjenigen auch immer es hilft ihnen gar nichts wenn ich jetzt die Betreuung mache und ich habe am Ende keine Zeit dafür.

00:46:51: Genau dann ist er nicht betreut.

00:46:54: Dann ist es ja nicht beträut oder ich mach das so Larifari so nebenbei und kann mich nicht wirklich darum kümmern.

00:46:59: haben sie nichts davon?

00:47:01: und das ist ihre die wichtigste Arbeit die Sie erst mal vor sich haben Und das muss sitzen und deswegen brauchen sie da auch jemanden, der dann auch die Kapazitäten hat.

00:47:09: Genau!

00:47:10: Das hat natürlich was mit Wertschätzung zu tun.

00:47:12: Und dann ist dein Nein eigentlich ein doppeltes Ja zur Deinen Bedürfnissen des Studentens?

00:47:17: Ja genau so habe ich das noch gar nicht gesehen

00:47:19: ja.

00:47:22: Ja wir sind jetzt schon fast fünfzig Minuten unterwegs... ...und wenn du mal unser Gespräch oder die Empathie herrschen dir zusammen fassen würdest, wie würdest du es beschreiben?

00:47:33: Das war ein sehr schöner Austausch gerade.

00:47:37: Also, glaube ich habe selten so lange und intensiv darüber gesprochen was mich bewegt wie ich diese Dinge sehe warum ich das so mache?

00:47:48: Ich wüsste nicht dass ich das an anderer Stelle schon mal so ausführlich besprechen konnte wie jetzt hier.

00:47:56: Oh dann es freut mich und erfüllt mir meine Bedürfnisse als Empathie Schenker.

00:48:02: Und wenn du ... jetzt noch was Abschließendes hast.

00:48:06: Gibt's da noch etwas, was du abschließend sagen möchtest?

00:48:09: Ja, denkt immer an den Menschen.

00:48:11: Egal bei welcher Entscheidung man trifft.

00:48:13: Das fängt bei der Note an, das fängt beim Bescheid an und es fängt... ... beim Social Media Posting an oder den Kommentar,... ... die man irgendwo hinterlässt.

00:48:23: Und das geht im Kindesalter los wenn du zu anderen Kindern sagst,... ..."Du bist so dick", oder sonst irgendwas.

00:48:30: Darauf immer die Personen dahinter nicht vergessen, welche Verletzungen da einstehen können.

00:48:34: Welche negative Eindrücke da einstellen können.

00:48:37: und ich glaube das fehlt uns heutzutage an ganz vielen Stellen.

00:48:41: dass wir viel übereinander reden in Tonlagen die schwierig sind finde ich teilweise gleich sehr aggressiv und das war halt nicht vernünftig.

00:48:51: miteinander reden man nicht versuchen die andere Seite auch mal zu sehen zu verstehen und uns da gar nicht in einander reinversetzen, den Versuch gar nicht unternehmen.

00:49:01: Und das würde ich mir wünschen, dass wir das alle viel mehr

00:49:03: tun.".

00:49:06: Ich habe tatsächlich jetzt auch einen letzten Satz gerade.

00:49:09: Mein letzter Satz ist, dass ich mich darüber freue mit dir so nämlich dich war jemanden in der Verwaltungslehre zu sehen, der sich dafür einsetzt für die Menschlichkeit in der verwaltung Also, dass die Menschen in Verwaltungsvorgehen gesehen werden.

00:49:25: Ich glaube das ist sehr wertvoll, dass wir das nicht vergessen nehmen aller Funktionalität und ich glaube, wir sind so durchoptimiert.

00:49:33: Manchmal sind wir so durchopptimiert und dass wir Menschen gar nicht mehr mitbekommen, dass wer eigentlich wie die Kuh zur Milchmärkmaschine geht in unseren Job gehen und eigentlich auch sowas machen wie die kuh nur als Wissensarbeiter oder Verwaltung Arbeiter weiß ich mal?

00:49:46: Ganz

00:49:46: genau!

00:49:47: Du siehst gut zusammen wie fast der.

00:49:50: Genau Meine letzte Frage ist dann immer, das hast du ja schon angefangen zu beantworten.

00:49:55: Wie war es für dich beim Partyschenker und wie gehst du raus?

00:49:58: Das war super!

00:49:59: Ich habe tatsächlich mir die ein oder andere Folge vorher angehört... ...und bin von dem Format total begeistert.

00:50:05: D. h., ein Partyschänker ist jetzt auf meiner Abo-Liste,... ...dass heißt ich werde das bei der ein oder anderen Autofahrt wenn ich.... runterfahre und mit Aule werde ich Empathie schenken hören.

00:50:15: Und das war schön, dich kennenzulernen nicht nur auf den Social Media Kanal wo wir uns erstmal sozusagen ausgetauscht haben sondern jetzt hier auch persönlich.

00:50:24: Das war eine wertvolle Stunde finde ich die mir viel Spaß gemacht hat und wo ich für mich was mitnehme.

00:50:33: Dann danke ich dir lieber Matthias dass du dich mir gezeigt hast mit dem was dir wichtig ist und dich bewegt!

00:50:39: Ja sehr gerne.

00:50:40: Das war Episode Hundertsechsundzwanzig.

00:50:43: Todgeprüft, denkt immer an den Menschen!

00:50:45: Wenn dir der

00:50:46: Podcast gefällt dann folge und bewerte ihn und teile ihn mit deinen Freunden in den sozialen Medien.

00:50:51: und wenn du etwas gehört werden möchtest oder mehr ein Feedback geben magst dann schreib mir an podcastatempartyschenker.de.

00:50:57: In diesem Sinne bis in zwei Wochen.